Die Gäste bleiben aus

Ein Rattenschwanz zieht sich durch die halbe Welt. Erst durften die Bewohner Wuhans ihre Häuser nicht mehr verlassen, dann alle Urlauber aus Risikogebieten, inzwischen ist auch ganz Italien abgeriegelt, Österreich macht Einreisekontrollen.Covid, Influenza und Massenhysterie. Alle drei hoch ansteckend und hoffentlich bald wieder vorbei. Nach aktuellem Stand gibt es in der Region nur zwei Fälle von Covid-19, in Pfaffenhofen, doch die Auswirkungen ziehen sich durch sämtliche Bereiche.

 

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern sieht infolge der Coronavirus-Epidemie drastische Folgen auf die Tourismusbranche im Freistaat zukommen. „Was viele noch nicht begriffen haben ist: Heute sind es die Restaurants und Hotels, die schließen müssen, morgen alle vom Gastgewerbe und Tourismus abhängigen Zulieferer und Dienstleister“, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert am Dienstag laut Mitteilung nach einem Krisentreffen der Kreis- und Bezirksvorsitzenden.

 

Das Gastgewerbe sei einer der wichtigsten regionalen Wirtschaftsmotoren und Grundvoraussetzung für den Tourismus. „Brechen hier die Betriebe weg, wird es alle darauf aufbauenden Unternehmen nicht mehr geben“, sagte Geppert. Weiter betonte er: „Die Auswirkungen der Coronakrise auf das bayerische Gastgewerbe sind nicht ernst, sie sind dramatisch, sie sind existenzbedrohend.“

 

Betriebe bangen der Darstellung zufolge um ihre Existenz und fürchten Insolvenz. Kündigungen seien die Folge. Investitionen, die für einen Neubau geplant waren, fließen demnach komplett ins Überleben des Betriebes. Die Zahl der Stornierungen sei dramatisch, Neubuchungen blieben aus.

 

Dehoga-Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer sagte, die von der großen Koalition getroffenen Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen könnten allenfalls ein erster Schritt sein – sie reichten aber noch lange nicht aus. „Hier muss sehr, sehr schnell gehandelt werden, gastgewerbliche Betriebe können bei der strukturell bedingten, extrem dünnen Liquiditätsdecke nur kurze Zeit überleben.“

 

(dpa)