Immer mehr Gewalt gegen Bayerns Polizisten

18.484 Polizisten wurden im vergangenen Jahr in Bayern im Dienst Opfer von körperlicher oder verbaler Gewalt. Damit sei ein „sehr bedenklicher Höchstwert erreicht“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). 2018 hatte die Zahl noch bei 17.367 gelegen.

 

Jeder Angriff auf die Polizei sei ein Angriff auf die demokratischen Grundwerte. Das dürfe sich der Rechtsstaat nicht gefallen lassen. Es sei daher auch wichtig, dass die Beamten bestmöglich mit Schutzausrüstung ausgestattet seien sowie in Aus- und Weiterbildungen auf Auseinandersetzungen vorbereitet würden.

 

Die Arbeit von Bayerns Polizisten wird immer gefährlicher. Im vergangenen Jahr wurden im Freistaat rund 2.600 Beamte im Dienst verletzt, dies ist ein neuer Höchstwert im seit 2010 jährlich vorgelegten Lagebild zur Gewalt gegen Polizeibeamte. Verglichen mit 2018 wurden damit im Vorjahr rund 30 Beamte mehr verletzt.

 

Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord teilte mit:

„Nachdem im Vorjahr für  2018 ein erkennbarer Rückgang der Delikte zu verzeichnen war, stieg die Anzahl der so genannten Gewa-Pol-Delikte für 2019 um 20,4% (124 Fälle) an. So wurden rund ein Drittel mehr Beamtinnen und Beamte (+30,2 %, 422 Fälle) in Ausübung ihres Dienstes angegriffen. Besorgniserregend ist hierbei auch der Anstieg der Zahl der Verletzten, der mit 95 Beamtinnen und Beamte zu Buche schlug. Verzeichnete das Polizeipräsidium Oberbayern Nord im Jahr 2018 noch 203 verletzte Beamte, so waren es im Jahr 2019 insgesamt 298 Beamte.“

 

Das von Herrmann vorgestellte Lagebild zur Gewalt gegen Polizeibeamte registrierte im vergangenen Jahr 7.959 Vorfälle, in denen Polizisten attackiert wurden, in den meisten Fällen (4501) körperlich. Dabei wurden 2.599 Polizisten verletzt, was wiederum 4.369 Ausfalltage zur Folge hatte. Glücklicherweise seien aber die Tötungsversuche von elf auf drei zurückgegangen, betonte Herrmann.

 

(dpa)

 

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