Mo., 07.08.2023 , 15:31 Uhr

Ingolstadt

Ein familiäres Miteinander: Beim Sommerfest der Straßenambulanz St. Franziskus

In Deutschland muss theoretisch eigentlich niemand auf der Straße leben. Gerade in einer industriell starken Stadt wie Ingolstadt nicht. Dennoch besuchen rund 100 hilfsbedürftige Menschen täglich die Straßenambulanz St. Franziskus von Bruder Martin. Die Einrichtung hat am 05.08.2023 zum Sommerfest geladen. Manuela Müller und Lena Prinz waren für uns vor Ort:

Bayerisches Essen, zünftige Blasmusik und ein talentierter Straßenkünstler – trotz des grauen Wetters hat das Sommerfest der Straßenambulanz einige Gäste angelockt. Ein Fest, das jedes Jahr stattfindet und die Möglichkeit bietet über die Arbeit der Ambulanz aufzuklären. Geladen sind nicht nur die Klienten von Bruder Martin und seiner „rechten Hand“ Oliver Markgraf. Beim Sommerfest sitzen sowohl bedürftige wie auch nichtbedürftige Menschen beinander. Bereits seit 18 Jahren gibt es die Straßenambulanz. Dass es sie geben muss, ist für eine reiche Stadt wie Ingolstadt ein Armutszeugnis. Anfangs haben vor allem Obdachlose die Hilfe in Anspruch genommen. Das hat sich mittlerweile verändert. Menschen aus allen sozialen Randgruppen sind vertreten: Psychisch Erkrankte, Senioren die mit der Altersarmut kämpfen, Menschen die nach Schicksalsschlägen alles verloren haben etc.

Neben einem Dach über dem Kopf bekommen sie in der Straßenambulanz St. Franziskus eine warme Mahlzeit, eine Art kleine medizinische Versorgung, anderweitige Hilfsangebote und ein offenes Ohr. Es geht darum, die Menschen sinnbildlich vor dem Ertrinken zu retten und ihnen die Möglichkeit zurück in ein menschenwürdiges Leben geben. Denn Armut sucht sich niemand aus. Es kann jeden treffen. Seit Corona ist eines noch stärker geworden:  Der Zusammenhalt der Menschen, die in die Einrichtung kommen.

Für einige ist die Straßenambulanz das, was einer Familie am nächsten kommt. Bevor Bruder Martin und Oliver die Ambulanz in Ingolstadt hochgezogen haben, gab es eine ähnliche Einrichtung in Nürnberg. Noch heute besuchen sie Klienten aus dieser Zeit.

Die Straßenambulanz finanziert sich zu 99,9 % aus Spenden – egal ob in Geldform oder Naturalien. Wer helfen möchte, findet Informationen zum Spendenkonto unter https://strassenambulanz-ingolstadt.de/hp352/Impressum.htm. Aktuell werden allerdings vor allem Lebensmittel benötigt. Gerne auch Konserven, die Oliver und Bruder Martin ihren Schützlingen für zuhause mitgeben können.

 

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